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Vom Solarakku zur digitalen Stylingapp

24 Schülerinnen erfinden und entwickeln Geschäftsideen beim PRIMA Start-up Camp am Girls‘ Day 

Teilnehmerinnen des PRIMA Start-up Camps mit PRIMA UNTERNEHMERINNEN. Sprecherin Verónica Palza de Möller (mittlere Reihe, 4. v.l.), Projektleiterin Renate Knapp (vordere Reihe, 3.v.l.)


Bereits zum dritten Mal luden die PRIMA UNTERNEHMERINNEN am Girls‘Day in die Langener Stadthalle, um Schülerinnen ab der 8. Klasse „eine Vorstellung davon zu vermitteln, welche Methoden man anwenden kann, um eine Produkt- oder Geschäftsidee zu finden, diese auszuarbeiten und schließlich selbst zu entscheiden, ob die Idee in die Praxis umgesetzt werde könnte“ so die diesjährige Projektleiterin Renate Knapp von der Strategieberatung SoBizz.

Das PRIMA Start-up Camp ist bundesweit einzigartig und hat sich bereits über die Landesgrenzen Hessens herumgesprochen. Die 24 Plätze waren wieder Wochen vor der Veranstaltung ausgebucht, sodass eine Warteliste eingerichtet werden musste. „Viele Schülerinnen nehmen für die Teilnahme an diesem Training extra eine lange Anreise von bis zu 40 km Entfernung in Kauf.“ freut sich die diesjährige PRIMA Sprecherin Verónica Palza de Möller von der Sprachschule Multilingua.

Inspiration erhielten die Teilnehmerinnen gleich zu Beginn der Veranstaltung von den Vertreterinnen der zwei Juniorfirmen mapled (Laptopkissen aus recycelten Schul-Landkarten mit LED) und REGames (Brettspiel über den Main-Taunus-Kreis) der Eichendorffschule in Kelkheim, die ihre eigenen Produktideen professionell präsentierten und so Lust auf eigenes Ausprobieren machten. „Wir sind sehr froh, dass uns die Schülerfirmen aus Kelkheim und ihr engagierter Lehrer Roland Struwe wieder unterstützen. Die Juniorfirmen sind altersmäßig viel näher an den Teilnehmerinnen des Camps und zeigen ganz praktisch, dass man auch schon in der Schule eine eigene Firma auf die Beine stellen kann“ so Architektin Melanie Borkenhagen von Borkenhagen Architektur und Innenarchitektur.

Nach einem theoretischen Einblick in die Funktionsweise der Wirtschaft durch Projektleiterin Knapp sammelten die Schülerinnen in Gruppenarbeit eigene Produktideen per Brainstorming. Anschließend bewerteten sie diese und entschieden sich für je eine der Ideen pro Firmenteam für die spätere Weiterentwicklung.

Am Beispiel des Modekonzerns H&M stellte Christel Hofmann das BMC (business modell canvas) vor (deutsch etwa: Geschäftsmodell-Leinwand), das weltweit in der Start-up-Welt als übersichtliche Vorlage zur Entwicklung von Geschäftsmodellen dient. „Das BMC verwende ich selber auch als Stütze bei der Erarbeitung von neuen Geschäftsideen“ so Diplomkauffrau Hofmann, die nach 25 Jahren in der IT als Geschäftsführerin und kaufmännische Leiterin der SOFTBAUWARE GMBH zurzeit selbst neue Geschäftsideen auf ihre Umsetzbarkeit überprüft. 

Bei der Erarbeitung der Ideen an den Gruppentischen halfen weitere PRIMA UNTERNEHMERINNEN, so Rechtsanwältin und Mediatorin Angela Kasikci, Mediengestalterin Jana Fröhlich von der Agentur be designed und Werbekauffrau Rita Hahnbück von der Creativagentur S2, ebenso wie die Juniorschülerinnen aus Kelkheim unterstützend mit. „Das PRIMA Start-up Camp wird nun schon im dritten Jahr ehrenamtlich und für die Teilnehmerinnen samt Verpflegung kostenfrei von einem achtköpfigen Team der PRIMA UNTERNEHMERINNEN ausgerichtet, das sich zum Ziel gesetzt hat, Schülerinnen früh an die Idee der Selbständigkeit heranzuführen.“ so Rita Hahnbück von der Creativagentur S2.

 

„In diesem Jahr wurden uns im Vergleich zu den Vorjahren fast ausschließlich „digitale Ideen“ präsentiert“ fasst Projektleiterin Knapp zusammen:  
So entstand die Idee zum „E-Student“, einem elektronischen Notizbuch, ähnlich einem Tablet, das per Spezialstift beschrieben werden kann und im Unterricht und für die Hausaufgaben alle wichtigen Dokumente digital bereit hält. Die Vorteile sahen die Schülerinnen im leichteren Gepäck und der ökologischeren Nutzung. Außerdem fördere es die Handschrift und dürfe in der Schule verwendet werden, weil es keinen Internetzugang habe. 

Nicht digital, aber im digitalen Kontext steht die Produktidee des „Unravelers“, eines Entwirrers für Kabelsalat bei Handykopfhörern, der mit einer Aufrollautomatik wie ein Sicherheitsgurt funktioniert und online, sowie über Teleshopping verkauft werden soll. 

Ebenfalls nachhaltig wird der in eine Handyhülle integrierte Solar-Akku, für den es eine große Zielgruppe unter Outdoorsportlern und Handynutzern geben soll. Das Produkt wird nach Informationen des Schülerinnenteams bereits in diesem Jahr in großen Mengen produziert und zum Verkauf angeboten werden.

Speziell für modewusste Männer und Frauen, die nicht den Überblick über ihren Kleiderschrank verlieren möchten, wird die App „Digistyle“ entwickelt, mit der zunächst alle Kleidungsstücke fotografiert und in die App geladen werden können. Anhand weniger Fragen zu Geschlecht, Figur- und Stiltyp schlägt die App dann in Verbindung mit einer Wetter-App dem Nutzer morgens eigenständig mehrere Kombinationen für das tägliche Styling vor. Selbstverständlich kostenfrei und über Werbung finanziert.

Wieder einmal war das Feedback zum Tag außerordentlich positiv: Die Schülerinnen waren überrascht, wie schnell sieben Stunden vergehen können, aber auch „wie viel Arbeit es ist, Unternehmerin zu sein“. Sie lobten ausdrücklich den „guten Wechsel zwischen Theorie und Praxis“, bedauerten am Schluss nur, nicht noch mehr über die einzelnen PRIMA UNTERNEHMERINNEN und deren eigene Firmen erfahren zu haben. 

„Die meisten von uns PRIMA UNTERNEHMERINNEN hatten keine weiblichen Vorbilder von denen wir die Rolle der Unternehmerin hätten abschauen können. Wir haben uns u.a. auch deshalb als Netzwerk zusammengeschlossen, um uns gegenseitig zu unterstützen und in unserer Rolle zu bestärken. Wenn die Schülerinnen in fünf, zehn oder vielleicht zwanzig Jahren vor der Überlegung stehen, sich selbständig zu machen, wird es ihnen viel leichter fallen, sich an weiblichen Vorbildern zu orientieren. Außerdem haben wir ihnen den Weg von der Idee bis zur Ausarbeitung des Geschäftsmodells gezeigt, so dass sie gleich starten können.“ so Ulrike Halboth, Inhaberin des Werbeartikelgroßhandels CALL A GIFT Service e. K..


Nächste Termine:

Wir laden Unternehmerinnen, Freiberuflerinnen, Geschäftsführerinnen und Frauen in leitenden Positionen ein, sich in lockerer Atmosphäre mit den PRIMA UNTERNEHMERINNEN auszutauschen.

Sie können gerne Ihr grundsätzliches Interesse per E-Mail anmelden:

kontakt@prima-unternehmerinnen.de